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Collage: Ein Geist tippt am Computer und produziert automatisch Social-Media-Posts — links harmlose Themen, rechts brennende Wut-Beiträge in Flammen
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KI Update

Die AfD lässt Propaganda von der KI schreiben — mit ChatGPT, Claude und Gemini

Diese Woche zuerst ganz nah dran: Die AfD hat sich mit „Alternita Studio“ eine KI-Propaganda-Maschine gebaut — automatisiert Posts und Bilder per ChatGPT, Claude und Gemini, gegen deren eigene AGB. Außerdem durften die großen Modelle aus dem Preview-Käfig: GPT-5.6 ist breit da, xAI kontert mit Grok 4.5, OpenAI baut Voice um und schickt einen Agenten an die echte Arbeit. Dazu die Tools der Woche und ein lauter Kritiker:innen-Digest. Nimm dir, was du brauchst.

📰 Das Wichtigste zuerst

  • Die AfD lässt Propaganda von der KI schreiben — „Alternita Studio“ nutzt ChatGPT, Claude und GeminiRecherche von digitalrechte.de und CORRECTIV: Das AfD-Tool „Alternita Studio“ (Kern-Modul „Geistschreiber“) scannt rechte Newsfeeds im 15-Minuten-Takt, vergibt einen „Viralitätsscore“, generiert daraus automatisch Posts und Bilder per ChatGPT/Claude/Gemini und veröffentlicht sie simultan auf X, Instagram und TikTok — ein Filter schleift verfassungswidrige Formulierungen ab, lässt sich aber umgehen. OpenAI, Google und Anthropic verbieten politische Kampagnen in ihren AGB; Claude weigerte sich, das Tool nachzubauen, und nannte es „computational propaganda“.Quelle: digitalrechte.de
  • GPT-5.6 ist jetzt für alle da — Sol, Terra, Luna raus aus dem PreviewSeit 9. Juli allgemein verfügbar in ChatGPT, Codex, ChatGPT Work und der API (globaler Rollout über 24 Stunden) — Sol das Flaggschiff für schwere Reasoning-/Agenten-Jobs, Terra der günstige Allrounder, Luna der Sparmodus; die Freigabe kam erst nach einem abgeschlossenen Sicherheits-Review der US-Regierung.Quelle: openai.com
  • ChatGPT Work — der Agent, der fertige Sachen abliefert statt zu labernEbenfalls am 9. Juli gestartet: ein Agent auf GPT-5.6, der sich Kontext aus deinen verbundenen Apps zieht, ein Ziel in Schritte zerlegt und stundenlang dranbleibt, bis Sheets, Slides, Docs oder kleine Web-Apps fertig sind — zuerst Pro/Enterprise/Edu, Plus/Business folgen.Quelle: openai.com
  • Grok 4.5 ist raus — xAIs bisher stärkstes Modell und direkter KonterAngekündigt am 8. Juli, seit 9. Juli öffentlich: „Opus-Klasse“ für Coding, Agenten und Wissensarbeit, mitgetrainiert mit Cursor, Preis 2$/6$ pro Mio. Token und laut xAI ~4,2× tokeneffizienter als Opus 4.8 — EU-Freischaltung erst Mitte Juli.Quelle: x.ai
  • OpenAI GPT-Live: Voice, die gleichzeitig zuhört und sprichtAm 8. Juli vorgestellt — Full-Duplex-Sprachmodelle (GPT-Live-1 und -mini), die „mhmm“ einwerfen, unterbrechen oder kurz still bleiben und schwere Fragen im Hintergrund an ein Frontier-Modell delegieren; ersetzt den Advanced Voice Mode als Default.Quelle: openai.com
  • Fidji Simo tritt bei OpenAI als Nr. 2 ab — Gesundheit vor JobDie CEO of Applications zieht sich nach einer schweren Verschlechterung ihrer chronischen Erkrankung (POTS, Medical Leave seit April) auf eine Teilzeit-Advisor-Rolle zurück; ihre Aufgaben teilen sich Greg Brockman, CFO Sarah Friar und CSO Jason Kwon.Quelle: techcrunch.com

Kurz notiert — was kommt

  • Gemini 3.5 Pro: Ziel 17. Juli, weiter unbestätigtGoogle soll die 2.5-Pro-Architektur verworfen und neu aufgesetzt haben (2-Mio.-Token-Kontext, „Deep Think“); das Datum kursiert breit, offiziell bestätigt ist es nicht, Google „declined to comment“.Quelle: analyticsinsight.net
  • GPT-5.6 & ChatGPT Work rollen weiter ausPlus/Business bekommen Work „in den kommenden Tagen“; parallel verschmilzt OpenAI Chat, Work und Codex in eine neue Desktop-App (auch im Free-Plan).Quelle: engadget.com
  • Grok 4.5 in der EU: „Mitte Juli“Aktuell in keinem EU-Produkt und nicht über die API-Konsole verfügbar, Freischaltung wird für Mitte Juli erwartet.Quelle: x.ai

🛠 Tools der Woche

Sechs Dinge, die diese Woche live gingen und dir bei der Arbeit tatsächlich was bringen.

  • ChatGPT Work — der Agent, der fertige Sachen abliefertOpenAI hat am 9. Juli „ChatGPT Work“ gestartet — ein Agent, der ein Ziel in Teilschritte zerlegt, sich Kontext aus deinen verbundenen Apps zieht und am Ende fertige Tabellen, Slides, Docs und kleine Web-Apps rausgibt, nicht bloß Chat-Text. So nutzt du's: Task beschreiben („Bau mir aus diesen Zahlen ein Quartals-Deck“), er arbeitet auch mal Stunden dran. Neu ist das Plugin-Directory mit @-Mentions: @ + App-Name im Prompt, und er zieht Kontext direkt aus dem Tool. Chat, Work und Codex stecken jetzt in einer Desktop-App — auch im Free-Plan.Quelle: openai.com
  • Notion 3.6 — interaktive HTML-Blöcke direkt im DokumentNotions 3.6-Release lässt Agents interaktive HTML-Blöcke direkt in Notion bauen — kleine Tools, die in der Seite leben und die dein Team benutzen und weiterbauen kann. Dazu externe Agents (Claude und Cursor als erste), die du wie Teammitglieder auf ein Board setzt und per @ beauftragst. So nutzt du's: Agent bitten, einen ROI-Rechner oder ein interaktives Quiz aus einem bestehenden Doc zu bauen — läuft direkt in der Notion-Seite, teilbar mit dem Kunden.Quelle: notion.com
  • Notion Agents als eigene iOS-AppSeit 8. Juli gibt's die Notion-Agents-App fürs iPhone — deine Agents laufen jetzt auch von unterwegs. So nutzt du's: im Fahrstuhl fürs nächste Meeting vorbereiten lassen, auf dem Spaziergang eine Idee reinsprechen und den Agenten den nächsten Schritt machen lassen.Quelle: notion.com
  • VS Code 1.127 — Agent im Sandkasten laufen lassenVS Code 1.127 bringt Terminal-Sandboxing auf macOS/Linux: Agent-Befehle laufen mit blockiertem Netzzugriff und eingeschränktem Dateisystem, sodass du nicht mehr jeden Befehl einzeln abnicken musst. Dazu sind die Browser-Tools für Agents jetzt allgemein verfügbar. So nutzt du's: Sandbox ist standardmäßig an; „Bau und teste diese Web-App“ — er validiert im integrierten Browser selbst.Quelle: code.visualstudio.com
  • GitHub Copilot — eigene App für alle + hands-off AutopilotDie GitHub-Copilot-App ist jetzt für alle verfügbar (7. Juli), und Autopilot (Agents ohne ständiges Nachfragen) wurde spürbar selbstständiger — erkennt besser, wann eine Aufgabe wirklich fertig ist. So nutzt du's: größere Änderung in Autopilot anstoßen; die App bündelt parallele Sessions, zeigt die Gesamtkosten pro Session und unterstützt 1-Mio-Kontextfenster für dicke Codebases.Quelle: github.blog
  • Profound Aim — Dauer-Agent für Sichtbarkeit in KI-AntwortenProfound hat am 2. Juli „Aim“ gestartet — einen Always-on-Agenten fürs Marketing, der laufend beobachtet, wie deine Marke in KI-Antworten (ChatGPT, Perplexity & Co.) auftaucht: Erwähnungen, Zitate, Sentiment, Konkurrenz. Statt noch ein Dashboard macht er daraus priorisierte Marketing-Aufgaben. GEO / „AI Search Optimization“ ist der neue SEO-Nebenschauplatz.Quelle: martechseries.com
  • Grok Build baut Office-Dokumente aus einem PromptGrok 4.5 ist jetzt Default in Grok Build und baut Multi-Sheet-Excel-Modelle mit Web-Recherche, PowerPoint-Diagramme aus nativen Shapes und klare Word-Texte; derzeit befristet gratis testbar.Quelle: x.ai

🔭 Längere Perspektiven

  • Modell-Labs und Coding-Tools wachsen zusammenGrok 4.5 wurde ausdrücklich „alongside Cursor“ trainiert und ist in Cursor auf allen Plänen verfügbar — das Lab-plus-IDE-Bündnis wird zum Muster, das man beim nächsten Tool-Wechsel mitdenken sollte.Quelle: x.ai
  • Tokeneffizienz wird zum eigentlichen VerkaufsargumentxAI wirbt bei Grok 4.5 mit ~4,2× weniger Output-Tokens pro SWE-Bench-Pro-Task als Opus 4.8 (≈16k vs. 67k) — nicht der Preis pro Token, sondern die Kosten pro erledigter Aufgabe entscheiden zunehmend, was ein Modell real kostet.Quelle: x.ai
  • Regulierung ist inzwischen sichtbarer Gatekeeper für LaunchesGPT-5.6 ging erst nach zusätzlichen Tests und Freigabe durch das US-Handelsministerium in den breiten Rollout — Behörden-Timing beeinflusst mittlerweile spürbar die Release-Fenster der Labs.Quelle: engadget.com

🗣 Kritische Stimmen

KW 28 (03.–10.07.) — laut waren vor allem Gary Marcus und Karen Hao; der Backlash wird konkreter.

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