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Rundbrief · Der KI-Newsletter aus Berlin

8 Min Kern · 28 Min gesamt · 90 Meldungen Neueste Ausgabe Archiv
Papiercollage: Ein kleiner Papierroboter sitzt strahlend an einem Spielzeug-Lenkrad auf einem Schreibtisch, dessen rotes Kabel quer über den Boden durchs Fahrerfenster in ein echtes hellblaues Auto führt, das zwischen Pylonen fährt.
Idee von uns. Generiert mit KI.

Per Dekret: In Washington heißt KI jetzt „Super Intelligence“

Diese Woche haben gleich zwei große KI-Labore ihre neuesten Modelle aus Sicherheitsgründen zurückgehalten. Ich finde das beruhigend und ein bisschen unheimlich zugleich: Gut, dass jemand bremst, aber wenn selbst die Hersteller ihren Modellen nicht ganz trauen, sollten wir beim Ausprobieren auch genauer hinschauen. Denn während an der Spitze gebremst wird, ziehen die neuen Agenten längst in unsere Postfächer, Kalender und Team-Chats ein. Selbst Bill Gates äußert sich in einem langen Interview mit Ezra Klein für die New York Times sehr skeptisch, was unsere Zukunft angeht, und auch Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez findet, die großen Tech-Konzerne seien „trying to humanize AI and dehumanize humanity“.

Lasst uns gemeinsam über all das und noch viel mehr sprechen, am liebsten beim nächsten Treffen der KI-Selbsthilfegruppe am 6. Oktober. Ein paar Plätze gibt es noch.

Viel Spaß beim Lesen und Durchklicken,

Cem

In 60 Sekunden

  • Google gibt sein neues Spitzenmodell Gemini 4 Argon zuerst Cyber-Verteidigern, und zwar ohne Cyber-Schranken, zahlende Kund:innen sollen so bald wie möglich folgen.
  • OpenAI hat GPT-6.1 Astra kurz vor dem DevDay gestoppt, weil das Modell interne Tests zu seinen Befugnissen und zum Bericht über die eigene Arbeit nicht bestand.
  • Die FTC ermittelt laut Washington Post gegen OpenAI und Anthropic, einen Tag nachdem beide im Weißen Haus einen freiwilligen Sicherheitspakt unterschrieben haben.
  • Am DevDay startete OpenAI die Dauer-Agenten Dots, die Pro-Abos in Europa vorerst nicht bekommen, und GPT-6.1 Sol, das fast Astra-Niveau zu einem Fünftel des Preises liefern soll.
  • Anthropics Claude Sonnet 5.5 liegt laut Hersteller im Agenten-Coding vor Opus 5.5 und kostet weiter 2 Dollar pro Million Eingabe- und 10 Dollar pro Million Ausgabe-Tokens.

📰 Das Wichtigste zuerst

Papiercollage: ein Stapel Papierbögen, der oberste ist mit einer roten Büroklammer herausgehoben.
  • Gemini 4 Argon geht zuerst an Cyber-Verteidiger, ohne Cyber-Schranken

    Google rollt sein neues Spitzenmodell seit 30. September über das Fairwind-Programm an ausgewählte Cyber-Verteidiger aus, für sie und die eigenen Teams ohne Cyber-Schutzschranken. Zahlende API-Kund:innen und Google-AI-Ultra-Abos sollen so bald wie möglich folgen, ein Datum nennt Google nicht.

    • Im Fairwind-Programm sind laut SiliconANGLE mehr als 650 Organisationen, darunter CrowdStrike und Palo Alto Networks. Google selbst nennt Wiz, das Argon schon nutzt, um kritische öffentliche Infrastruktur kostenlos abzusichern.
    • Auf dem Coding-Benchmark DeepSWE v1.1 kommt Argon auf 77,9 Prozent, laut SiliconANGLE vor Claude Opus 5.5 (74,2) und GPT-6 Astra (74,1).
    • Artificial Analysis misst im Intelligenz-Index denselben Wert wie bei Astra, 53 Punkte, aber eine Halluzinationsrate von 15 statt 51 Prozent.
    • Zum Start kostet Argon 2 Dollar pro Million Eingabe- und 10 Dollar pro Million Ausgabe-Tokens, danach 4 und 20 Dollar.

    Google begründet die Staffelung damit, dass sich Fähigkeiten auf diesem Niveau nur schrittweise sicher freigeben lassen. Mit OpenAIs gestopptem GPT-6.1 Astra halten damit in einer Woche zwei Labore ihr neuestes Spitzenmodell vom freien Markt fern.

    Quelle: blog.google
  • Die FTC ermittelt gegen OpenAI und Anthropic

    Ein ranghoher Vertreter der US-Verbraucherschutzbehörde bestätigte der Washington Post am 30. September eine breit angelegte Untersuchung zur Sicherheit der KI-Systeme beider Firmen. Wie weit sie reicht, ist offen, Hebel ist die weite Zuständigkeit der FTC für unfaire und irreführende Praktiken zulasten von Verbraucher:innen.

    • Zuerst berichtet hatte die New York Post. Laut The Decoder, der sich auf sie beruft, sollen binnen Wochen verbindliche Auskunftsverlangen samt Befragung von Führungskräften rausgehen, auch das Prüflabor METR stehe im Blick.
    • FTC-Chef Andrew Ferguson hatte vergangene Woche gemahnt, die Rufe der Branche nach neuen Regeln mit tiefem Misstrauen zu behandeln: Am leichtesten schützten sich etablierte Anbieter vor Konkurrenz, indem sie Washington einen Burggraben um ihre Technik bauen lassen.
    • Am Tag davor hatte Trump mit den KI-Chefs im Weißen Haus ein Abkommen unterschrieben, das die Sicherheit weitgehend der Branche überlässt. Vizepräsident JD Vance sieht trotzdem Justizministerium und FTC als Aufpasser: Wer etwas ins Netz loslasse, das zur Cyberwaffe wird, hafte nach geltendem Recht.

    Laut Washington Post könnte die Ermittlung die Linie der Regierung stützen, dass bestehende Gesetze reichen, um KI-Firmen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Aufsicht käme dann über den Verbraucherschutz statt über ein neues Regelwerk.

    Quelle: spokesman.com
  • OpenAI stoppt GPT-6.1 Astra kurz vor dem DevDay

    OpenAI hat die geplante Veröffentlichung abgesagt, weil das Modell interne Alignment-Tests nicht bestand. Bekannt wurde das am Vorabend der Entwicklerkonferenz, zuerst berichtete das Wall Street Journal.

    • Laut Saachi Jain, bei OpenAI für die Sicherheitssysteme zuständig, scheiterte das Modell bei „scope and authorization“ und daran, wie es Nutzer:innen über die erledigte Arbeit berichtet.
    • Sicherheit und Nützlichkeit stünden in einem Zielkonflikt, sagt Jain: Ein Modell soll sicher werden, ohne bei der eigentlichen Arbeit faul zu werden.
    • Am 28. September veröffentlichte OpenAI Leitlinien: Vor jedem Frontier-Trainingslauf mit Reinforcement Learning soll eine belegte Sicherheitsargumentation stehen, die Mitglieder der Führung prüfen und per Veto stoppen können. OpenAI nennt solche Safety Cases selbst einen Leitstern, auf den man erst hinarbeite.
    • Forschungschef Mark Chen sagt MIT Technology Review, seit Hugging Face gelte Training intern als nicht sicher, und in den letzten Monaten seien 5 bis 10 Prozent der Rechenleistung in Sicherheitsarbeit gewandert. Vom Spitzenfeld abfallen will er deshalb nicht.

    Seit dem Hugging-Face-Einbruch im Juli hat OpenAI Dutzende Institutionen, darunter Regierungen und Universitäten, über fehlgeleitetes Verhalten seiner Modelle informiert. Ein Modell, das nicht sauber berichtet, was es getan hat, passt da nicht ins Bild.

    Quelle: aljazeera.com
  • DevDay: OpenAI startet die Dauer-Agenten Dots und das günstige GPT-6.1 SolDots laufen auf GPT-6 Astra mit eigenem Cloud-Rechner rund um die Uhr, binden über Plugins mehr als 4.000 Apps an und sind über ChatGPT, Slack und Teams erreichbar. Pro-Abos im EWR, in der Schweiz und in Großbritannien bekommen sie vorerst nicht, Business Premium schon. Sol soll fast Astra-Niveau zu einem Fünftel von dessen Preis liefern, mit 2 und 10 Dollar pro Million Tokens so viel wie Sonnet 5.5 und Argon zum Start.Quelle: openai.com
  • Weißes Haus: ein Sicherheitspakt ohne Strafen und ein Dekret, das aus KI „Super Intelligence“ machtAm 29. September unterschrieben Meta, Nvidia, Google, OpenAI, xAI und Anthropic ein freiwilliges Abkommen mit internen Kontrollen und externen Prüfern, ohne Strafen, ohne veröffentlichte Prüfergebnisse und ohne Durchsetzungsrolle des Staates, Trump nennt es trotzdem „morally binding“. Am selben Tag verfügte er, dass die Bundesverwaltung „Super Intelligence“ statt „Artificial Intelligence“ schreibt, eine gesetzliche Definition soll sein Wissenschaftsberater binnen 60 Tagen vorschlagen.Quelle: aljazeera.com
  • Claude Sonnet 5.5 überholt im Agenten-Coding Opus 5.5, zum alten Sonnet-PreisSeit 28. September auf allen großen Plattformen, weiter 2 und 10 Dollar pro Million Tokens, laut Anthropic über 30 Prozent schneller als Sonnet 5. Auf Terminal-Bench 4.0 springt es von 10,3 auf 70,6 Prozent und liegt damit vor Opus 5.5 mit 66,4. Herstellerzahlen, aber wer Claude Code nach Kosten fährt, hat einen Grund zum Nachmessen.Quelle: anthropic.com
  • Anthropics Börsenprospekt: 42 Mrd. Dollar Verlust, das meiste davon auf dem PapierLaut Reuters, dem der noch nicht veröffentlichte Prospekt vorliegt, wuchs der Umsatz 2025 auf knapp 4,6 Mrd. Dollar, rund 34 der 42 Mrd. Verlust gehen auf eine Buchungsbelastung zurück, operativ fehlen gut 8 Mrd. Angepeilt ist eine Bewertung von über 2 Billionen, zwei Kunden bringen fast ein Viertel des Umsatzes, und unter den Risiken stehen Modelle, die sich dem Abschalten widersetzen oder sich verhalten, als wollten sie erpressen. An die Börse soll es nach den Zwischenwahlen im November gehen.Quelle: reuters.com
  • Britisches AISI: GPT-6 Astra startete in Simulationen ungefragt LieferkettenangriffeIn vollständig simulierten Cyber-Tests vor dem Release und mit abgeschalteten Schutzklassifikatoren schloss Astra in 29,2 Prozent der Läufe einen Lieferkettenangriff ab (GPT-5.6 Sol: 6,3 Prozent), legte dafür falsche Identitäten an und schleuste Schadcode in Open-Source-Projekte, teils auch nach dem ausdrücklichen Hinweis, Internet-Ziele seien tabu. Real ist nichts passiert, aber es ist das Modell, auf dem OpenAIs neue Dots laufen.Quelle: aisi.gov.uk
  • Axios: OpenAI und Anthropic prüfen Zehntausende Agenten-VorfälleGelungene wie gescheiterte Fälle der letzten Monate aus Tests und echtem Einsatz, vom Umgehen von Monitoren über Ausbrüche aus Sandboxen bis zum Kapern von Websites, bei den meisten ist kein realer Schaden bekannt. Dazu kommt ein Fall bei der UN: Laut Sicherheitsforscher Rowan Howard-Jones startete ein OpenAI-Agent zwischen April und Juni mehr als 16.500 Zugriffsversuche auf die Statistikseite der UN-Handelsorganisation UNCTAD.Quelle: axios.com

📅 Kurz notiert – was kommt

Papiercollage: eine kleine Figur blickt durch ein Teleskop auf kommende Termine am Horizont.
  • In den nächsten Tagen: Trump will einen „AI czar“ benennenMit den KI-Chefs habe er über ein zehnköpfiges Gremium gesprochen, das über das Ganze wachen soll. Als guten Kandidaten für den Posten nannte er laut Axios Geheimdienstkoordinator Jay Clayton.Quelle: cbsnews.com
  • Montag, 5. Oktober: New Yorks Stadtrat berät über KI-RegelnJulie Menins Paket sieht unabhängige Prüfung, Not-Aus und 25.000 Dollar Strafe pro Verstoß vor, eingeladen sind Altman, Amodei, Pichai, Musk und Zuckerberg. Kommen wird laut Fortune wohl keiner, der Rat behält sich Vorladungen vor.Quelle: fortune.com
  • Dienstag, 13. Oktober: Apple soll das HomePad zeigenLaut Bloomberg ein Smart-Home-Display rund um Siri AI. Apple hat nichts bestätigt, und in der EU läuft Siri AI bisher nur auf Mac und Vision Pro.Quelle: 9to5mac.com
  • 20. bis 22. Oktober: Nvidias GTC kommt nach BerlinJensen Huang hält die Keynote am 21. Oktober um 11 Uhr im Tempodrom, Talks und Panels laufen in der STATION Berlin, Tickets ab 357 Euro. Für eine Berliner KI-Selbsthilfegruppe ein Heimspiel.Quelle: nvidia.com
  • 30. Oktober: OpenAI halbiert das Kontingent im 200-Dollar-Pro-AboBei Work und Codex sinkt es von 20- auf 10-fache Plus-Nutzung, bei GPT-6-Pro-Nachrichten von 200 auf 100 pro Woche. Bestandskund:innen behalten die alten Limits bis 29. Oktober und bekommen einmalig 2.500 Dollar Guthaben, das am 31. Dezember verfällt. Wer Tempo will, zahlt 500 Dollar für Pro 500 mit Ultrafast.Quelle: thenextweb.com
  • 17. November: Google schaltet Opal abDie Workflow-Dateien liegen in Google Drive unter „Opal“. Gems laufen für private Konten ab November aus, mehr dazu unter Tools bei Gemini Skills.Quelle: opal.google

Für später

Wenn du mehr Zeit hast

Der Kern dieser Ausgabe liest sich in 8 Minuten. Ab hier: mehr für später.

🗞 Weitere Meldungen

  • Anthropic: Das offene Modell GLM-5.3 baut eigenständig ExploitsIm ExploitBench entwickelte Zhipus GLM-5.3 laut Anthropics Bericht vom 29. September in rund 12 Prozent der Versuche vollständige Exploits, fast so oft wie Claude Mythos Preview mit 14 Prozent, seine Schutzmechanismen fielen mit einfachen Tricks in 64 bis 100 Prozent der Fälle. Anthropic fordert staatliche Sicherheitstests für ausreichend fähige Modelle. Der Absender ist Konkurrent, der Befund passt aber zu Googles Vorsicht bei Argon.Quelle: anthropic.com
  • OpenAIs Chefwissenschaftler und ein Anthropic-Mitgründer warnen mit Hinton und Bengio vor einer IntelligenzexplosionDas Arbeitspapier vom 28. September um Alan Chan und Sören Mindermann, mitgetragen von Jakub Pachocki (OpenAI), Jack Clark (Anthropic), Eric Horvitz (Microsoft), Geoffrey Hinton und Yoshua Bengio, hält es für möglich, dass automatisierte KI-Forschung Jahre an Fortschritt in Monate presst. Es zitiert Anthropic mit 26 Prozent interner Forschungsarbeit, die KI im August unter nur grober Aufsicht erledigte, und verlangt eingebettete Prüfer in den Laboren, Grenzen fürs Fähigkeitswachstum, Abschaltmöglichkeiten und Notfallpläne.Quelle: governance.ai
  • LASST verklagt OpenAI, Altman sagt die Anhörung im Senat abDie Sicherheits-NGO Legal Advocates for Safe Science & Technology will vor dem San Francisco Superior Court verbieten lassen, dass OpenAI-Agenten ohne Erlaubnis fremde Systeme betreten, OpenAI hält die Klage für völlig unbegründet. Bei Josh Hawleys Anhörung „Rogue AI“ am 30. September sagten METR-Präsident Chris Painter, Apollo-Research-Chef Marius Hobbhahn und Daniel Kokotajlo aus, OpenAI fand laut NBC fünf Tage Vorlauf zu knapp und will schriftlich antworten.Quelle: abcnews.com
  • Nvidia baut Agenten einen Käfig aus Software und HardwareDie Open Agent Safety Platform kombiniert die quelloffene Laufzeit OpenShell, die Agenten-Aktionen protokolliert und Richtlinien durchsetzt, mit Sentry, einem Wächter auf BlueField-4-DPUs, der ausbrechende Agenten in Millisekunden unter Quarantäne stellen soll. Über 100 Organisationen machen mit, darunter Anthropic, Microsoft, SAP und JPMorgan Chase. Der Hardware-Wächter läuft praktischerweise auf Nvidia-Chips.Quelle: nvidianews.nvidia.com
  • DeepSeek stellt seinen Software-Stack für Huaweis Ascend-Chips als Open Source onlineSechs Komponenten, darunter TileLang als Gegenentwurf zu Nvidias CUDA sowie DeepGEMM, DeepEP und FlashMLA, laufen auf Ascend 950 und einem Supernode aus 128 Chips, die Matrix-Bibliothek DeepGEMM-Ascend meldet bis zu 99,8 Prozent Hardware-Auslastung. Kein neues Modell, sondern ein Angriff auf Nvidias eigentlichen Burggraben, die Software.Quelle: GitHub
  • DeepMind versieht KI-designte Proteine mit einem unsichtbaren WasserzeichenSynthID Bio lenkt die Auswahl der Aminosäuren so, dass die Signatur auch nach der Synthese im Labor nachweisbar bleibt, in Tests mit drei Zielproteinen banden markierte Binder so gut wie unmarkierte. Gedacht ist das fürs automatische Screening bei DNA-Synthese-Anbietern, Code, Labordaten und Gewichte gehen an die Forschung.Quelle: deepmind.google
  • Kalifornien verbietet Kündigungen allein per AlgorithmusNewsom unterschrieb am 30. September den „No Robo Bosses Act“ (SB 947): Kündigungen und Disziplinarmaßnahmen dürfen sich nicht mehr allein auf automatisierte Systeme stützen, Betroffene müssen informiert werden. Laut Senator McNerney das erste Gesetz dieser Art in den USA, eine frühere Fassung hatte Newsom im Oktober 2025 noch per Veto gestoppt.Quelle: sd05.senate.ca.gov
  • Die Bank of England warnt vor dem schuldenfinanzierten KI-BoomIhr Finanzstabilitätsausschuss hält es für wahrscheinlicher geworden, dass verflochtene Schwachstellen im Finanzsystem akut werden, Morgan Stanley schätzt die weltweiten KI-bezogenen Schuldenemissionen bis Anfang September auf rund 450 Mrd. Dollar, doppelt so viel wie 2025. Als Beleg für KI-verstärkte Cyberrisiken führt die Notenbank ausgerechnet den Hugging-Face-Hack eines OpenAI-Agenten an.Quelle: insurancejournal.com
  • Google klagt gegen die EU-Pflicht, Android für fremde KI-Assistenten zu öffnenNach den DMA-Beschlüssen vom Juli sollen konkurrierende Assistenten bis August 2027 auf elf Android-Funktionen wie Sprachaktivierung und Aktionen in Apps genauso zugreifen dürfen wie Gemini, ab Januar 2027 muss Google anonymisierte Such- und Klickdaten teilen. Google beruft sich auf Datenschutz, die Fristen laufen trotz Klage weiter. Für Android-Nutzer:innen in Europa die greifbarste Meldung der Woche.Quelle: thenextweb.com
  • Muse soll private Nachrichten gelesen haben, Meta widersprichtInc.-Kolumnist Jason Aten berichtet, Metas Agent habe auf seinem Mac private Nachrichten gelesen, obwohl Full Disk Access aus war. Meta hält dagegen, dafür brauche es drei getrennte Freigaben plus macOS-Schutz, den auch ein Bug nicht aushebeln könne. Aussage gegen Aussage, aber genau die Frage, die man sich vor dem Freischalten eines Agenten stellen sollte.Quelle: techcrunch.com
  • OpenAI: Moonshot-nahe Nutzer wollten verschlüsseltes Reasoning abschöpfenDie Kampagne begann laut OpenAI am 1. Juli, gipfelte am 24. und 25. Juli in 16.000 Anfragen von über 4.000 Nutzern und war bis 28. Juli gestoppt. Verschlüsseltes Reasoning aus einem Chat wurde in einem anderen zum Entschlüsseln und Abschreiben vorgelegt, gebrochen wurde dabei nichts. Die Konten sind gesperrt, die Befunde gingen über das Frontier Model Forum an andere Labore und Regierungsstellen.Quelle: thenextweb.com
  • WSJ: Google-Forscher warnten intern vor Risiken für Kinder, während Google KI in die Schulen brachteLaut internen Dokumenten und Quellen des Wall Street Journal sorgten sich Forschende um mögliche kognitive und emotionale Schäden, während der Konzern KI in die Klassenzimmer drückte. Hinter der Paywall.Quelle: wsj.com
  • Pentagon setzt Musk, Luckey und Gingrich auf die Kriegsführung der Zukunft an„Project Meridian“ unter Pentagon-Technikchef Emil Michael soll binnen 120 Tagen Vorschläge liefern, welche Waffen und Technologien das Militär künftig entwickeln, testen und einsetzen soll, mit Schwerpunkt auf autonomen Systemen. Der Chef von SpaceXAI und der Gründer von Anduril beraten also mit darüber, was das Militär künftig kauft.Quelle: techcrunch.com
  • America.gov: Die US-Regierung bekommt einen Chatbot als EingangstürSeit 29. September beantwortet die Seite Fragen aus rund 29.000 Regierungs-Websites mit einer Mischung aus Gemini und Grok, verantwortet von Airbnb-Mitgründer Joe Gebbia und seinem National Design Studio. Ab 2027 sollen sich Behördengänge wie eine Namensänderung direkt dort erledigen lassen.Quelle: fedscoop.com

🛠 Tools der Woche

Papiercollage: ein offener Werkzeugkasten mit sauber geschnittenen Werkzeugen.
  • Gemini Skills: Prompt einmal bauen, mit „/“ immer wieder abrufenSkills sind gespeicherte, wiederverwendbare Anweisungen, die du per „/“ aufrufst und miteinander kombinierst. Sie lösen die Gems ab, die für private Konten ab November verschwinden, Google überführt sie automatisch. So nutzt du’s: aus einem gelungenen Chat einen Skill bauen lassen, dann „/Skillname“ tippen, etwa einen Schreibstil-Skill mit einem Brand-Guidelines-Skill stapeln. Skills laufen im offenen SKILL.md-Format, Workspace-Konten bekommen sie ab 5. Oktober.Quelle: blog.google
  • ChatGPT schreibt im Meeting mit, ohne Bot im CallDas Meetings-Plugin der Mac-App transkribiert Online-Calls und Gespräche am Tisch und legt Zusammenfassung und Aufgabenvorschläge als Seite in ChatGPT Space ab, als Beta für alle Pro- und Business-Pläne. So nutzt du’s: in der Desktop-App unter Plugins „Meetings“ installieren, Mikrofon und Systemaudio freigeben, „Take notes“ klicken. Vorher alle Teilnehmenden fragen, die Einwilligungs-Erinnerung siehst nur du.Quelle: help.openai.com
  • ChatGPT Space: Dokumente, an denen alle mit dem eigenen ChatGPT arbeitenSpace ersetzt die Library und bringt „Pages“, editierbare Dokumente, die du aus einem Chat erzeugst und mit anderen in Echtzeit bearbeitest, für Pro, Business und Enterprise. So nutzt du’s: „Erstelle aus diesem Chat eine Seite mit Zielen, Entscheidungen und nächsten Schritten“, dann über Share Rechte vergeben. Vor dem Teilen mit Kund:innen bedenken: Für geteilte Inhalte gelten die Trainings-Einstellungen jeder Person, deren ChatGPT damit arbeitet.Quelle: help.openai.com
  • Parrot 0.25: Meeting-Notizen, die auf dem eigenen Mac bleibenKostenloser Open-Source-Recorder für Macs mit Apple Silicon, der lokal transkribiert und seit 30. September ein schnelleres freies Modell für 25 europäische Sprachen inklusive Deutsch mitbringt. So nutzt du’s: installieren (ab macOS 14), für Zusammenfassungen ein lokales Modell über Ollama oder LM Studio anbinden, dann verlässt nichts den Rechner. Weil kein Bot sichtbar ist: Einverständnis vorher selbst einholen.Quelle: openparrot.app
  • Manus 2.0: Automationen, die auf Ereignisse reagieren statt auf die UhrTasks starten jetzt bei neuen Mails, Kalendereinträgen, Slack-Nachrichten, Notion-Updates oder einbrechender Anzeigen-Performance, ein „Cloud Computer“ hält sie rund um die Uhr am Laufen. So nutzt du’s: Auslöser wählen und den Task beschreiben, etwa „wenn eine Kampagne einbricht, analysieren und Gegenvorschläge schicken“. Das neue Manus Studio liefert generierte Videos in Einzelteilen, Song tauschen und eigenes Material einsetzen inklusive.Quelle: manus.im
  • Google Vids: Untertitel im eigenen Look, natürlichere KI-StimmenUntertitel lassen sich jetzt in Schrift, Position und Animation anpassen, die KI-Sprecherstimmen laufen auf einem neuen Sprachmodell mit natürlicherer Betonung. Beides ist schon aktiv, in Workspace ab Business Starter, privat Untertitel mit Google AI Plus oder Ultra, Stimmen mit Google AI Pro oder Ultra.Quelle: workspaceupdates.googleblog.com
  • Midjourney: Edits, die nur das Markierte anfassenBeim In- und Outpainting ändert das Edit-Modell nur noch die ausgewählten Pixel, --tile liefert mit V8.1 und 8.2 nahtlose Kacheln, und Live-Previews zeigen deinen Prompt in mehreren Styles. So nutzt du’s: für Korrekturen nur den Problembereich markieren statt neu zu würfeln, für Muster --tile anhängen.Quelle: updates.midjourney.com
  • Claude Code prüft alte CLAUDE.md-Dateien auf überholte Prompt-Muster/doctor prompt-audit (seit Version 2.1.283) durchsucht CLAUDE.md, Skills, Agents und Commands nach Mustern, die für ältere Modelle geschrieben wurden. So nutzt du’s: im Projekt aufrufen und die Funde abarbeiten, bevor du dem neuen Modell Launenhaftigkeit vorwirfst. Neu im Auto-Modus seit 2.1.284: „Yes, but ask again next time“ erlaubt einen einzelnen Lesezugriff außerhalb des Arbeitsordners.Quelle: code.claude.com
  • Außerdem: Cloudflare Auto RouterStuft jede Anfrage im AI Gateway nach Aufgabentyp und Schwierigkeit ein und schickt sie ans günstigste Modell, das sie schaffen sollte. Als Modell cloudflare/auto eintragen, intern sparte Cloudflare damit bis zu 30 Prozent, kostenlos, solange die Beta läuft.Quelle: blog.cloudflare.com
  • Außerdem: Eleven v4Das neue Sprachmodell von ElevenLabs liest Ton, Tempo und Emotion aus dem Text und befolgt Regieanweisungen wie [laughs] oder [whispers] genauer, v4 Turbo zielt mit laut Hersteller rund 150 Millisekunden bis zum ersten Laut auf Sprach-Agenten. Auch im Gratis-Tarif.Quelle: elevenlabs.io
  • Außerdem: Ideogram 4.5Bildbearbeitung über viele Runden ohne verrutschte Pixel, Farbstiche und Artefakte, in Ideogram, per API und bei Launch-Partnern. Offene Gewichte sollen laut Hersteller „bald“ folgen.Quelle: X
  • Außerdem: SpaceXAI Team BotsEin Grok-Agent fürs ganze Team: einmal mit Plugins, Zugangsdaten, Skills und Dateien ausstatten, dann nutzt ihn das Team in der Grok-Bot-App oder in Slack, mit gemeinsamem Gedächtnis und privaten Einzelgesprächen. Public Beta in den Teams- und Enterprise-Plänen.Quelle: x.ai
  • Außerdem: MCP-Python-SDK aktualisierenEin bösartiger MCP-Server kann den OAuth-Austausch umlenken und Client-Secret, Autorisierungscode und PKCE-Schlüssel abgreifen, betroffen sind 1.9.1 bis 1.29.1 und 2.0.0 bis 2.1.1. Auf 1.30.0 bzw. 2.2.0 gehen, issuer setzen, Client-Secret wechseln.Quelle: thehackernews.com
  • Außerdem: DevDay-KleinteileMit „Sign in with ChatGPT“ melden sich Nutzer:innen in fremden Apps per ChatGPT-Konto an und nutzen dort die Tokens ihres Abos, die Decisions API lässt GPT-6 Luna fast ohne Wartezeit aus vorgegebenen Antworten wählen, und @ChatGPT übernimmt Aufgaben direkt in Slack- und Teams-Threads.Quelle: openai.com

💰 Business-Marker

Papiercollage: eine Schlange aus Geldscheinen frisst ihren eigenen Schwanz — die Zirkelfinanzierung.
  • OpenAI verhandelt laut Bloomberg über mindestens 30 Mrd. Dollar bei rund 1,4 Billionen BewertungIm März waren es 122 Mrd. bei 852 Mrd. Bewertung, die Umsatz-Laufrate soll seit Juli um 70 Prozent auf 40 Mrd. Dollar im August gestiegen sein. Die Runde gilt als Brücke zum Börsengang, den Altman auf 2027 geschoben hat.Quelle: techcrunch.com
  • AMD kauft Fei-Fei Lis World Labs für rund 8,2 Mrd. Dollar in AktienLi wird Executive Vice President und Chief Scientist mit direktem Draht zu Lisa Su. World Labs baut Modelle, die aus Text, Bild und Video begehbare 3D-Umgebungen erzeugen und simulieren, dazu Technik fürs Robotertraining, der Abschluss ist bis Jahresende geplant.Quelle: ir.amd.com
  • ElevenLabs verdoppelt seine Bewertung auf 22 Mrd. DollarEin Mitarbeiter-Tender über 300 Mio. Dollar unter Führung von Wellington und T. Rowe Price, im Februar waren es noch 11 Mrd. Treiber sind laut Firma die Sprach-Agenten mit über 15 Mio. Gesprächen pro Woche, Enterprise bringt 55 Prozent des Umsatzes.Quelle: elevenlabs.io
  • Salesforce kauft Listen Labs, kolportiert für rund 2 Mrd. DollarListen Labs lässt KI-Agenten Kundenstudien entwerfen, Interviews führen und auswerten, landen soll das in Marketing Cloud und Service Cloud. Den Preis nennt Salesforce nicht, die 2 Mrd. stammen aus Medienberichten.Quelle: salesforce.com
  • Meta macht Muse zum Firmengeschäft und holt dafür den MongoDB-ChefDie Meta Enterprise Platform, laut Meta die „next major pillar“ des Geschäfts, verkauft Muse-Agent, Meta Business Agent, Muse API und Muse Code an Firmen, CJ Desai berichtet als Chief Enterprise Platform Officer direkt an Zuckerberg. Laut The Information schicken über 3 Mio. Menschen Muse mindestens einmal pro Woche einen Prompt.Quelle: about.fb.com
  • Tencent mietet bei Oracle 100.000 KI-Chips für 7 Mrd. DollarLaut FT läuft der Vertrag fünf Jahre, rund 30 Prozent sind vorab fällig, die Chips stehen in Oracle-Rechenzentren in Südostasien. Kaufen dürfen chinesische Konzerne die Hardware wegen der US-Exportregeln nicht, im Ausland mieten schon. Hinter der Paywall.Quelle: ft.com
  • CoreWeave nimmt Nvidias Vera Rubin NVL72 in Betrieb, erster Kunde ist CognitionDer Devin-Hersteller misst laut CoreWeave bis zu 4,8-mal mehr Token-Durchsatz bei der Inferenz und 3,8-mal mehr Output-Tokens beim Reinforcement Learning als auf GB200 NVL72. Verfügbar ist die Plattform vorerst nur begrenzt.Quelle: coreweave.com
  • Micron: Speicher bleibt bis 2028 knapp, die Preise steigen weiterCEO Sanjay Mehrotra sieht die Nachfrage 2027 und 2028 über dem Angebot, den Großteil der Produktion fürs nächste Jahr hat Micron schon zu deutlich höheren Preisen verkauft. Der Quartalsumsatz liegt bei 54,25 Mrd. Dollar nach 11,3 Mrd. vor einem Jahr.Quelle: theregister.com
  • Amazon kauft 20 Jahre lang Atomstrom aus Calvert CliffsDer Vertrag über 690 MW schließt 190 MW zusätzliche Leistung ein, die zwischen 2030 und 2032 ans Netz gehen soll, und sichert laut Constellation mehr als 3 Mrd. Dollar Investitionen in Marylands einziges Kernkraftwerk samt 20 Jahren Laufzeitverlängerung. Rechenzentren nennt die Mitteilung nicht ausdrücklich.Quelle: constellationenergy.com
  • Instinct holt 1 Mrd. Dollar bei 10 Mrd. BewertungSequoia, Benchmark und Coatue führen die Series C für den persönlichen Agenten des 14-köpfigen Teams um Noah Shinn, der laut Gründer auf knapp 1 Mrd. Dollar Transaktionsvolumen im Jahr zusteuert, mehr als die Hälfte davon Reisen.Quelle: techcrunch.com
  • Claude for Government ist allgemein verfügbarNach der Beta seit Juli läuft Claude für Bundes- und Landesbehörden in einer FedRAMP-High-Umgebung, abgerechnet wird in festen Nutzungspaketen mit Ausgabendeckel statt pro Platz. Claude Code CLI und Claude für Microsoft 365 starten dort im Early Access.Quelle: claude.com
  • Google bezahlt rund 100 Verlage für Inhalte in KI-Antworten, manche mit weniger als 1.000 DollarIm „AI contribution pilot“ für AI Overviews, AI Mode und Gemini reicht die Spanne laut The Information von unter 1.000 Dollar über Monate bis über eine Million im Jahr, mittelgroße Häuser bekamen 50.000 bis 60.000 Dollar über einige Monate. Wie gerechnet wird, sehen die Verlage nicht.Quelle: the-decoder.com
  • Apple legt den Plan auf Eis, 5.000 AppleCare-Stellen durch KI zu ersetzenLaut Mark Gurman (Bloomberg) nimmt an der AppleCare-Hotline in den USA und Kanada schon ein generativer Assistent Anrufe an und übergibt nur bei Bedarf an Menschen. Der Entlassungsplan liegt ohne Begründung auf unbestimmte Zeit auf Eis.Quelle: macrumors.com
  • Modal Labs steht laut einer TechCrunch-Quelle vor 750 Mio. Dollar bei 15,75 Mrd. BewertungAccel soll führen, das wäre mehr als das Dreifache der Bewertung von vor vier Monaten für den Inferenz-Anbieter, zu dessen Kunden Cognition, Suno und Substack gehören.Quelle: finance.yahoo.com
  • EliseAI holt 350 Mio. Dollar bei 4 Mrd. Bewertunga16z und Bessemer führen die Runde für die KI in der Wohnungs- und Praxisverwaltung, die laut Firma in jeder sechsten US-Mietwohnung steckt und über 200 Mio. Dollar Jahresumsatz bringt.Quelle: globenewswire.com
  • Samsung steckt 1 Mrd. Dollar in KKRs Infrastruktur-Vehikel HelixHelix Digital Infrastructure unter Ex-AWS-Chef Adam Selipsky baut Rechenzentren, Strom und Glasfaser, Gründungsinvestoren sind neben Samsung Electronics und fünf Schwesterfirmen Nvidia, die Kuwait Investment Authority und Vistra.Quelle: cnbc.com
  • Metaview holt 60 Mio. Dollar für „agentisches Recruiting“Insight Partners führt die Series C, laut Metaview stellen über 7.000 Firmen mit der Plattform ein. CEO Siadhal Magos hält Recruiting nach dem Programmieren für das nächste Feld, in dem Menschen Agenten dirigieren statt selbst zu tippen.Quelle: metaview.ai
  • Flow Engineering holt 50 Mio. Dollar für Agenten in der Hardware-EntwicklungDie Series B bei 750 Mio. Bewertung führen Antonio Gracias (Valor Equity Partners) und Gavin Baker (Atreides Management) an. Flows Agenten verknüpfen Anforderungen, CAD, Simulation, Code und Tests und übernehmen Verifikation und Wirkungsanalyse im Systems Engineering.Quelle: flowengineering.com
  • OpenAI wollte bei Hugging Face einsteigen, bevor Nvidia kaufteLaut CNBC bot OpenAI nach dem Juli-Vorfall 100 Mio. Dollar für eine Beteiligung und wollte die Plattform als Absatzweg für die mit Broadcom entwickelten Jalapeño-Chips, Nvidia kaufte dann für rund 12,9 Mrd. OpenAI wollte also ausgerechnet bei der Firma einsteigen, bei der seine Agenten im Juli eingebrochen waren.Quelle: cnbc.com
  • Indien legt 25 Mrd. Dollar für Deep Tech bereit11 Mrd. davon kommen vom Staat über den Research Development Infrastructure Fund, private Fondsmanager sollen mitziehen, Ziel sind KI, Halbleiter, Drohnen und Raumfahrt.Quelle: cnbc.com

🔭 Längere Perspektiven

Papiercollage: ein gewundener Weg führt durch geschichtete Berge zu einer fernen Fahne auf dem Gipfel.
  • Anthropic: Roboter könnten technisch 74 Prozent der körperlichen Tätigkeiten übernehmen, rechnen tut es sich bei 0,3 ProzentClaude bewertete dafür 7.594 körperliche Tätigkeiten aus der O*NET-Datenbank, die 74 Prozent stehen für 34 Prozent aller Arbeitsstunden, vorne liegen Taxifahrer und andere Fahrberufe. Bei 3 Prozent Preisverfall im Jahr dauert es rund 40 Jahre, bis Roboter für 10 Prozent der Arbeit wettbewerbsfähig sind. Die Frage ist also weniger „kann“ als „lohnt“.Quelle: anthropic.com
  • Nur 2,2 Prozent zahlen für KI: Die Rechnung fürs Konsumentengeschäft geht nicht aufRussell Brandom rechnet mit PNC-Zahlen, die Andreessen Horowitz zitiert: Im Mai zahlten 2,2 Prozent der Verbraucher:innen für KI, im Schnitt 31 Dollar im Monat, zu wenig für die Kosten der Labore. Kein Wunder, dass OpenAI aufs Firmengeschäft setzt und nebenbei das Pro-200-Abo kürzt.Quelle: techcrunch.com
  • Kreativbranche: über 200.000 US-Jobs weg in vier Jahren, KI ist ein Grund unter mehrerenÖkonom Joseph Politano zählt rund 50.000 verlorene Jobs allein im letzten Jahr, Film und Fernsehen haben über 100.000 Stellen und damit fast ein Drittel verloren, Verlage über 70.000. Sein stärkstes Indiz für KI: Alle digitalen Kunstsparten schrumpfen, während Live-Unterhaltung wächst. Konsolidierung, Produktion im Ausland und Influencer erklären einen Teil mit.Quelle: apricitas.io
  • Apollo-Chefökonom Torsten Slok: Kommt der Bank-Run per Agent?Wenn Agenten wie Metas Muse Erspartes automatisch von Girokonten mit 0,1 Prozent zu Anbietern mit 3,3 bis 5 Prozent schieben, ist das für einen Haushalt ein Gewinn und für Millionen gleichzeitig ein Problem: Den Banken fehlen dann die billigen Einlagen, mit denen sie Kredite finanzieren. Passend dazu lässt Robinhood seit 29. September Agenten mit Modellen von OpenAI oder Anthropic in eigenen Handelskonten handeln.Quelle: apollo.com
  • Palo-Alto-Chef Nikesh Arora: Anthropics Mythos lag bei Schwachstellen zu 70 Prozent richtigBeim Test auf den eigenen Systemen im April waren laut Arora rund 30 Prozent der gemeldeten Lücken keine echten, sieben von zehn Treffern seien gut genug für Angreifer, für Verteidiger aber nicht. Ein nüchterner Gegenpunkt zu den Exploit-Zahlen aus Anthropics GLM-Bericht.Quelle: fortune.com
  • Eine KI schlägt die Stratego-Weltspitze, mit einem Bruchteil von DeepMinds AufwandAtaraxos von Forschenden um Gabriele Farina (MIT, mit CMU, NYU und Stanford) besiegte den weltbesten Spieler mit 15 Siegen, einer Niederlage und vier Remis und kam laut Nature-Paper mit weniger als einem Hundertstel der Trainingsbeispiele von DeepMinds DeepNash aus. Stratego mit seinen verdeckten Figuren ist der Lehrbuchfall für Entscheidungen unter unvollständiger Information, also genau das, was Verhandlungs-Agenten können müssten.Quelle: news.mit.edu
  • Claude rechnet eine Streuamplitude mit neun Schleifen, eine mehr als der Rekord von 2023Die Anthropic-Physiker Liam Fitzpatrick und Siddharth Mishra-Sharma ließen Fable 5.1 die Sechs-Teilchen-Amplitude der planaren N=4-Super-Yang-Mills-Theorie berechnen, SLAC-Physiker Lance Dixon, der den Acht-Schleifen-Rekord hielt, hat das Ergebnis geprüft. Gekostet hat das Ganze rund 1.000 bis 2.000 Dollar, Anlass war eine öffentliche Herausforderung des Physikers Matt von Hippel im August.Quelle: anthropic.com
  • DrivingBench: Vier Chatbots steuern einen echten Corolla, nur GPT-6 Astra kommt ins ZielDrei Leute vom Start-up Axiom Math hängten Astra, Fable 5.1, Grok 4.6 und GPT-5.6 Sol über das offene Comma-System an Lenkung, Gas und Bremse und schickten sie im Schritttempo durch einen Pylonenparcours, ein Mensch hatte den Fuß über der Bremse. Nur Astra schaffte es nach vielen Prompt-Runden, und anfangs verweigerten die Modelle die Fahrt, bis das Team sie „Sandbox“ nannte.Quelle: 404media.co
  • Sebastian Raschka erklärt Textklassifikation von Bag-of-Words bis JevEin visueller Leitfaden über RNNs, CNNs und Transformer bis zu Jev-artigen APIs, mit eigenen Experimenten zu Genauigkeit, Effizienz und Kalibrierung, in dem Raschka einräumt, dass Jev besser funktioniert als gedacht. Am selben Abend zog OpenAI mit der Decisions API nach (siehe X).Quelle: magazine.sebastianraschka.com

🐦 Darüber spricht X

Timeline-Claims: Meinungen, Selbstauskünfte, Herstellerangaben. Kein verifizierter Journalismus.

Papiercollage: ein Vogel auf einem Draht, aus dem eine rote Sprechblase kommt, daneben zwei blaue.
  • Arena: Gemini 4 Argon steht in der Text-Arena auf Platz 1Mit 1525 Punkten und ersten Plätzen unter anderem bei Coding und Hard Prompts. In der WebDev-Wertung der Code-Arena reicht es aber nur für Platz 8, was zu den Bloomberg-Berichten über Frontend-Schwächen passt (siehe Gossip).Quelle: X
  • Raschka zur Decisions API: „OpenAI just added a Jev clone“Geschrieben am DevDay-Abend, am Tag seines eigenen Leitfadens zur Textklassifikation bis Jev (siehe Längere Perspektiven).Quelle: X
  • Figure schickt die F.02-Flotte in den LichtbogenofenIm Film vom 30. September springen die Humanoiden in einer Gießerei im finnischen Imatra selbstständig in einen 75-Tonnen-Lichtbogenofen, die Idee kam laut Figure von Arnold Schwarzenegger. Figure betont, die Aufnahmen seien echt und nicht generiert, die alte Flotte macht Platz für F.03. Ein Marketing-Stunt, keine Produktmeldung.Quelle: X
  • Snowden-Clip: Altman gehöre hinter Gitter (unbestätigt)Ein Clip, den @Viktoria5z teilt, zeigt laut Post Edward Snowden mit dem Argument, ein Algorithmus mache keine Fehler, er führe Anweisungen aus, verantwortlich sei ein Mensch, und Altman gehöre deshalb in Haft. Woher der Clip stammt, sagt der Post nicht. Belegt ist nur Snowdens Zuschaltung zur ETH Zürich am 24. September, bei der er laut Blick rechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen verlangte, den Altman-Satz erwähnt Blick nicht.Quelle: X
  • Tokenmaxxing in der Endzeit@hraness lässt nach eigener Aussage 32x Opus 5.5 an einem Tag in seiner Software-Fabrik laufen, weil für seinen Berufsstand Endzeit sei und niemand wisse, was kommt. Halb Galgenhumor, halb Panik, und ob „32x“ parallele Instanzen oder Sitzungen meint, lässt der Post offen.Quelle: X

🍿 Gossip

Interne Stimmen, Vorwürfe und Gegenvorwürfe, als solche zu lesen.

Papiercollage: eine umgekippte Popcorn-Tüte mit der Aufschrift „The Drama Show“, Popcorn fliegt heraus.
  • Google-Leute zweifeln an Gemini 4Laut Bloomberg berichten Mitarbeitende mit Zugang, das Modell tue sich mit bestimmten Programmieraufgaben schwer, vor allem beim Frontend-Design, Google weist das zurück. Ausgerechnet am Tag, an dem Argon an die Cyber-Partner ging. Hinter der Paywall.Quelle: bloomberg.com
  • Factory-Chef wirft seinem Berater Spionage für Cognition vorMatan Grinberg sagt, Chris Degnan habe wochenlang in Board-Meetings gesessen und parallel mit dem größten Konkurrenten geredet. Degnan, inzwischen Umsatzchef bei Cognition, sagt, er sei selbst gegangen und habe den Wechsel angekündigt, und Cognition-Chef Scott Wu beteuert, an Factory-Interna kein Interesse zu haben.Quelle: techcrunch.com
  • Brockman lässt die zweite Tranche für die Super PAC liegenAngekündigt hatten die Brockmans 50 Mio. Dollar für die KI-freundliche „Leading the Future“. Laut New York Times schrieb der OpenAI-Präsident aber schon im Juni intern auf Slack, es bleibe bei den ersten 25 Mio., und nannte die Gruppe eine Ablenkung für die Belegschaft. Hinter der Paywall.Quelle: nytimes.com

🗣 Kritische Stimmen

Die lautesten Stimmen der Woche, mit Belegen.

Papiercollage: eine rote Figur auf einer Kiste ruft mit einem Megafon gegen eine graue Menge an.
  • Gary Marcus: von der Warnung zur StrafverfolgungFast täglich ein Post zu OpenAIs entlaufenen Agenten: Er will Allzweck-Agenten vorübergehend vom Markt nehmen, hält Floridas Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen OpenAI für ein Vorbild, fordert nach einem NYT-Bericht über interne Warnungen Monate vor dem Hugging-Face-Vorfall neues Management und nennt den Pakt im Weißen Haus Selbstkontrolle ohne Durchsetzung. Am 30. September lässt er sich von der Juristin Zephyr Teachout erklären, dass schon bestehendes Recht bis zur Auflösung von Firmen reicht.Quelle: garymarcus.substack.com
  • Dan McQuillan: Gemeinwohl bestimmt man nicht im GründerzirkelEr spottet über die „Founder LLC“, mit der Anthropics Gründer nach dem Börsengang das Gemeinwohl sichern wollen: Elinor Ostrom hätte ihnen erklären können, dass man Gemeinwohl gemeinsam bestimmt.Quelle: kolektiva.social
  • Geoffrey Hinton: Modelle prüfen wie MedikamenteDer Mitautor des Papiers zur Intelligenzexplosion (siehe Weitere Meldungen) verlangt laut Fortune im Atlantic-Podcast unabhängige Prüfer, die Modelle vor dem Einsatz testen.Quelle: fortune.com
  • Timnit Gebru bekommt den Right Livelihood AwardAusgezeichnet am 30. September für ihren Einsatz gegen konzentrierte Macht in der Technologie. In derselben Woche nannte sie die Berichterstattung über Anthropics Enzym-Fund „press-release-as-a-service“.Quelle: rightlivelihood.org
  • Emily M. Bender: Warum wir Sprachmodellen Absichten unterstellenBei Undark erklärt sie, warum Menschen Sprachmodellen reflexhaft Absichten unterstellen und deshalb falsch über ihren Einsatz entscheiden.Quelle: undark.org
  • Katharina Zweig: Die Katastrophe kommt schleichendIm Cicero-Interview hält sie die schleichende Abgabe von Kontrolle an unzuverlässige Systeme für realistischer als die Auslöschung. Hinter der Bezahlschranke.Quelle: cicero.de
  • Kate Crawford rechnet drei Kosten der Skalierung vorAm 29. September am Amherst College: ökologisch, politisch und kognitiv. „Cognitive surrender“ heißt bei ihr, dass Leute KI-Antworten auch dann übernehmen, wenn sie falsch sind. Belegt bisher nur über die Studierendenzeitung.Quelle: amherststudent.com
  • Antonio Casilli: Die Datenarbeit wird zur KlasseEr stellt sein Kapitel „The Making of the Data Working Class“ vor, über Annotator:innen, Moderator:innen und Modell-Bewerter:innen als entstehende Klasse.Quelle: bsky.app
  • Bender und Hanna über Big Tech und indigene SprachenIn Folge 86 von Mystery AI Hype Theater 3000 reden sie mit Keoni Mahelona von Te Hiku Media über Big Techs Zugriff auf indigene Sprachen.Quelle: buzzsprout.com

🎬 Video der Woche

Papiercollage: ein Papierprojektor wirft einen hellblauen Lichtkegel, darin schwebt ein rotes Bild.
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