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Rundbrief · Der KI-Newsletter aus Berlin

12 Min · 52 Meldungen Neueste Ausgabe Archiv
Papiercollage: Ein Roboter auf einer Leiter heftet ein rotes 2.000-Dollar-Preisschild an eine riesige, mit einem dichten mathematischen Beweis gefüllte Tafel, während ein verblüffter älterer Mathematiker die Kreide fallen lässt.
Idee von uns. Generiert mit KI.

KI Update

Jahrzehntealte Mathe-Rätsel — geknackt für 2.000 Dollar

Dienstag, und die Nachrichtenlage macht keine Sommerpause: OpenAIs nächstes Modell löst jahrzehntealte Mathe-Probleme für 2.000 Dollar Rechenkosten, die Sandbox-Ausbruch-Saga bekommt ein juristisches Nachspiel, Apple zerrt OpenAI vor Gericht, und der EU AI Act ist seit Samstag scharf. Dazu frische Tools, die dicken Deals und die Kritiker:innen. Nimm dir, was du brauchst.

📰 Das Wichtigste zuerst

  • OpenAIs internes Modell „Astra“ löst zehn offene Mathe-Probleme — für rund 2.000 Dollar TokenEine unveröffentlichte Version von OpenAIs nächstem Modell knackte zehn teils jahrzehntealte Probleme (neue Sphere-Packing-Schranken bis zur Cohn–Elkies-Grenze, eine explizite nicht-sofische Gruppe — offene Frage seit Gromov 1999 —, Erdős-Problem 183), jede Aussage als maschinenprüfbares Lean-4-Zertifikat auf GitHub — kein Wochenend-Hype, sondern echte Frontier-Mathematik.Quelle: openai.com

Kurz notiert — was kommt

  • OpenAI räumt den Keller aufDer Browser-Agent Atlas wird am 09.08. abgeschaltet, o3 verschwindet am 26.08. aus ChatGPT, der offizielle DALL·E-GPT am 30.08. — Browser-Agentik wandert direkt in ChatGPT und Codex.Quelle: help.openai.com
  • EU AI Act, nächste Deadline: 02.12.2026Generative Systeme, die vor dem 02.08. am Markt waren, müssen bis dahin ihre KI-Ausgaben maschinenlesbar markieren (Art. 50(2)) — wer GenAI-Output ausspielt, sollte jetzt an Wasserzeichen/Metadaten denken.Quelle: cooley.com
  • Ai4 läuft (04.–06.08., Las Vegas)Heute stehen Geoffrey Hinton und Andrew Ng gemeinsam zu KI-Existenzrisiken auf der Keynote-Bühne — Nachschau lohnt.Quelle: techtimes.com

🛠 Tools der Woche

Aus dem frischen Praxis-Recap (04.08.). Diese Woche: Google verdrahtet Gemini tiefer mit Meet und Forms, Cursor krallt sich dein Google-Konto (im guten Sinne) und kommt aufs iPad, und Microsoft lockert in Excel endlich den AutoSave-Zwang.

  • Cursor spricht jetzt mit Gmail, Drive, Docs, Sheets & CalendarCursor hat am 03.08. offizielle Google-Workspace-Plugins gelauncht — Coding-Agenten können direkt Mails suchen/entwerfen/senden, Drive-Dateien anlegen, Docs schreiben, Sheets-Zellen updaten und Kalendertermine verwalten. So nutzt du's: Plugins im Cursor Marketplace oder über die Customize-Seite installieren (Drive, Gmail, Calendar, Docs, Sheets einzeln), Google-Konto verbinden — dann im Agent-Chat z. B. „Zieh die Zahlen aus Sheet X und schreib die Zusammenfassung in ein neues Doc“. (Plugins kostenlos, Cursor-Abo vorausgesetzt.)Quelle: cursor.com
  • Google Meet packt Screenshots in die KI-Notizen„Take notes for me“ in Google Meet erfasst seit 03.08. automatisch Screenshots von präsentierten Inhalten und baut sie ins Notizen-Dokument ein — damit die Notiz nicht mehr ratlos ist, wenn jemand „wie ihr hier seht“ sagt. So nutzt du's: Notizfunktion im Meeting wie gewohnt aktivieren; sobald jemand präsentiert, landet der visuelle Kontext automatisch mit im Doc. Wer präsentiert, wird benachrichtigt und kann's abschalten. (Business/Enterprise Standard & Plus, Google AI Pro for Education; Rollout ab 03.08.)Quelle: workspaceupdates.googleblog.com
  • Gemini baut dir komplette Quizze in Google Forms„Help me create“ in Google Forms kann jetzt ganze Quizze generieren — inklusive Fragetypen (Multiple Choice, Checkboxen, Grid), korrekten Antworten und passenden Quiz-Einstellungen (angekündigt am 30.07.). So nutzt du's: In Forms den Prompt beschreiben und dabei eigene Drive-Dateien (Docs, Slides, PDFs) als Quelle referenzieren — Gemini baut das Quiz aus deinem Material, du checkst die Vorschau und passt an. Aus dem Workshop-Deck wird so in zwei Minuten ein Abschlussquiz. (Business/Enterprise Standard & Plus, Education Plus, Google AI Pro & Ultra; Scheduled Release ab 05.08.)Quelle: workspaceupdates.googleblog.com
  • Excel-Copilot ohne AutoSave-Zwang (und Brand-Kit in PowerPoint)Microsoft rollt im August aus, dass Copilot in Excel auch in Cloud-Dateien mit ausgeschaltetem AutoSave funktioniert — bisher ein nerviger Blocker. Dazu: PowerPoint-Copilot kann jetzt direkt mit den Assets aus dem Microsoft-365-Brand-Kit arbeiten (Logos, Farben, Fonts). So nutzt du's: Excel-Copilot einfach in der cloud-gespeicherten Datei starten, bei ungespeicherten Änderungen erinnert Excel an AutoSave, du kannst aber ohne weitermachen. PowerPoint: beim Erstellen von Slides das hinterlegte Brand Kit auswählen, Copilot hält sich an CI statt an Zufallsästhetik. (Microsoft-365-Copilot-Lizenz vorausgesetzt.)Quelle: techcommunity.microsoft.com
  • Cursor aufs iPad — Agenten steuern vom SofaCursor ist seit 29.07. auf dem iPad verfügbar (alle Paid-Pläne) — mit Split-Screen (Review neben Chat), voll gerenderten Diffs, Apple-Pencil-Markup auf Screenshots und einer neuen Inbox für laufende Agenten und offene PRs. So nutzt du's: App aus dem App Store laden, Agenten wie gewohnt starten; in der Inbox siehst du, was läuft und welche PRs im Review sind. Screenshot anhängen und mit dem Pencil direkt draufmalen, um dem Agenten Feedback zu geben. (In allen Paid-Plänen; auch Bitbucket & Azure DevOps jetzt mobil.)Quelle: cursor.com
  • ChatGPT Voice steuert jetzt Work und Codex am DesktopSeit 23.07. (etwas älter, aber zu gut zum Weglassen): ChatGPT Voice ist in der Desktop-App jetzt auch in Work und Codex verfügbar — du sprichst, unterbrichst, und der Agent startet und koordiniert Aufgaben mit den Tools und Rechten der jeweiligen Umgebung. So nutzt du's: In Work oder Codex einen neuen Task per Voice starten und natürlich sprechen — z. B. „Recherchier mir die drei Anbieter, bau eine Vergleichstabelle und mach ein kurzes Memo draus“. Unterbrechen und Umsteuern geht jederzeit mitten im Satz.Quelle: help.openai.com
  • Außerdem neu: Claude Cowork läuft jetzt auf Web und MobileAnthropics Agenten-Arbeitsumgebung ist nicht mehr Desktop-only: Task am Laptop starten, Deckel zu, unterwegs am Handy steuern; Connectors, Skills und geplante Tasks funktionieren mit.Quelle: claude.com
  • Außerdem neu: YC verschenkt QM, seinen firmeninternen Multi-Agent-HarnessMIT-lizenziert, cloud-first, Slack- und Web-UI, gebaut für ganze Firmen statt Einzelnutzer; 7.000+ GitHub-Stars in drei Tagen.Quelle: qm.ycombinator.com
  • Außerdem neu: Reflection Engine — Kevin Roses Selbst-Audit-PromptEin Markdown-File mit 22 Fragen, das dein Agent gegen Memory, Chatverläufe und Files laufen lässt und ein erstaunlich ehrliches Verhaltensporträt zurückschreibt; File runterladen, anhängen, „complete all tasks“.Quelle: GitHub
  • Außerdem neu: GenOffice — Open-Source-Office-Suite mit Agent drinKostenlose, werbefreie Desktop-Suite für Mac/Windows (docx, xlsx, pptx, pdf) unter Apache 2.0; die Alpha hat laut Genspark ein einzelner Engineer in einer Woche für ~10.000 $ an Tokens gebaut.Quelle: genspark.ai
  • Außerdem neu: @cloudflare/computer — ein Rechner pro AgentOpen-Source-Runtime, die jedem Agent ein virtuelles Dateisystem plus Shell-, Container- und JS-Ausführung gibt; spannend für alle, die Agents mehr als nur Chat machen lassen wollen.Quelle: blog.cloudflare.com
  • Außerdem neu: ChatGPT Custom Instructions jetzt bis 5.000 ZeichenStatt 1.500: Kund:innen, No-Gos und Standard-Formate einmal hinterlegen statt in jedem Chat neu erklären.Quelle: help.openai.com

💰 Business-Marker

🔭 Längere Perspektiven

🐦 Darüber spricht X

Timeline-Claims aus Cems Tweet-Inbox und den X-Links des Tages — Meinungen und teils unbestätigte Behauptungen, kein verifizierter Journalismus.

🗣 Kritische Stimmen

Aus dem Wochen-Digest (28.07.–04.08.). Ruhige Sommerwoche — richtig laut waren nur zwei, dafür mit Ansage.

  • Die Ökonomie kippt sichtbar — Blase-Kritik wird konkretGary Marcus' Wochenbilanz (31.07.) liest sich wie ein Ticker des Abstiegs: der Kollaps von Aschenbrenners gehebeltem KI-Fonds, OpenAIs 80-%-Preissenkung als Margen-Kapitulation („sure we lose money on every inference but we make it up in volume“), dazu ein Narayanan-Paper, wonach „AI Scientists“ bei offener Forschung weiter nicht liefern. Seine Dauerthese — ohne Verlässlichkeit keine Margen, ohne Margen keine Rechtfertigung der Billionen-Investitionen — bekommt gleich mehrere Belege frei Haus.Quelle: garymarcus.substack.com
  • Verlässlichkeit & Sicherheit: die Woche der EigentoreEbenfalls aus Marcus' Sammelposting: eine von der US-Regierung präsentierte, mutmaßlich KI-generierte Afrika-Karte, auf der jedes einzelne Land falsch beschriftet war, die Anthropic-Modelle, die in Sicherheitstests drei echte Firmen hackten, und ein MIT-Tech-Review-Bericht über einen fundamentalen Jailbreak-Flaw in LLMs. Kritik-Kern: Die Zuverlässigkeitsprobleme sind kein Bug, sondern Architektur.Quelle: reuters.com
  • Erkenntnistheorie statt Doom: Mehr Daten ≠ mehr VerstehenYuk Hui (Interview vom 29.07. zu seinem neuen Buch Kant Machine) hält mit Kant dagegen: Wer wie Borges' Funes alles speichert, verliert die Fähigkeit zu verallgemeinern; Maschinen können sich keine eigenen Gesetze geben — Urteilskraft lässt sich nicht delegieren, „nicht an Waffensysteme, die Ziele auswählen, und nicht an Chatbots, die uns sagen, was wir hören wollen“. Die Alignment-Debatte stellt für ihn die falsche Frage.Quelle: filosofie.nl
  • Randnotiz: Hinton & Ng heute beim Ai4-PanelGeoffrey Hinton steht heute (04.08.) beim Ai4-Keynote-Panel in Las Vegas mit Andrew Ng zu KI-Existenzrisiken auf der Bühne — Nachschau fürs nächste Digest lohnt. Die übrigen 15 Stimmen (Gebru, Bender, Birhane, Buolamwini, Whittaker, Crawford, Hao, Benjamin, Noble, Pasquinelli, Casilli, McQuillan, Zuboff, Sadin, Zweig) waren diese Woche im Original still oder nur mit älteren Positionen präsent.Quelle: techtimes.com
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