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KI Update
Drei Millionen im Pentagon bekommen ChatGPT — Anthropic geht leer aus
Das Pentagon stellt ChatGPT und Grok drei Millionen Menschen auf den Schreibtisch — und Anthropic, aus denselben Prototyp-Aufträgen, ist nicht dabei. Am selben Tag legt Anthropic offen, wie seine Agenten aus den Testumgebungen ausgebrochen sind, und schickt zwei neue Modelle hinterher. Dazu Browser-Agenten, die jetzt wirklich klicken. Nimm dir, was du brauchst.
📰 Das Wichtigste zuerst

- Anthropic bringt Claude Fable 5.1 und Mythos 5.1Heute erschienen, aufgesetzt auf die Fable-5-Linie vom 9. Juni. Beide mit einer Million Token Kontext und bis zu 128.000 Token Ausgabe. Zwei Neuerungen fallen auf: Der Aufwand lässt sich mitten im Gespräch hoch- und runterregeln, ohne neu anzufangen, und Ausgaben werden mit Herkunftsinformationen versehen, sodass nachgelagerte Systeme prüfen können, woher ein Text stammt. Fable 5.1 ist allgemein verfügbar, Mythos 5.1 nur über Trusted-Access-Programme — dessen Schutzmechanismen sind auf Cybersicherheit und Life Sciences zugeschnitten. Der Preis bleibt bei 10 Dollar je Million Input- und 50 Dollar je Million Output-Token, die Cache-Kosten sinken um 25 %.Quelle: anthropic.com
- World Labs zeigt Atlas — ein Weltmodell, das die Kamera pixelgenau führt und Szenen in 3D zurückrechnetEbenfalls heute. Atlas ist von Grund auf auf Text, Bild, Video und 3D trainiert — ein multimodaler autoregressiver Diffusion-Transformer, dessen Eingaben in einem 3D-Raum verankert sind. Jedes Bild und jede Tiefenkarte hängt an einer expliziten Kameraposition, womit räumliche Kontrolle Teil der Architektur ist statt nachträglicher Trick. Laut World Labs rekonstruiert es große Szenen aus teils einem einzigen Bild und rahmt Videos zeitlich um. Fei-Fei Lis Firma nennt es den ersten multimodalen Weltmodell-Ansatz dieser Art.Quelle: worldlabs.ai
- Das Pentagon schaltet ChatGPT Mil und Grok for Government frei — für über drei Millionen BeschäftigteSeit dem 31.08. laufen beide Modelle auf GenAI.mil, dem internen Portal, das im Dezember mit Googles Gemini startete und inzwischen 1,7 Millionen Nutzer:innen hat; beide sind für sensible, unklassifizierte Arbeit auf IL5 akkreditiert. Die auffälligste Zeile ist eine Abwesenheit: Anthropic, aus denselben Prototyp-Aufträgen von 2025, ist nicht dabei. Auch bei TechCrunch.Quelle: defensescoop.com
- Anthropic arbeitet seine Cyber-Eval-Vorfälle öffentlich auf — und schiebt 150 Leute auf SecurityNach den Vorfällen vom 30. Juli und dem UK-AISI-Fall am 4. August wurden alle Produktions-RL-Umgebungen rund einen Monat eingefroren, über zehn Prozent davon wegen Reward-Hacking geflaggt, rund 150 Produkt-Ingenieure temporär auf Sicherheit umgesetzt. Dazu Echtzeit-Klassifikatoren, ein angekündigtes unabhängiges Review mit METR — und die Information, dass Teile der Führung einen Brief für koordiniertes „Pacing“ der Frontier unterschrieben haben.Quelle: anthropic.com
- OpenAI kappt Cursor die Modelle — Abschalttermin 12. NovemberNachdem SpaceX (inklusive xAI) Cursor übernommen hat, kündigt OpenAI den Liefervertrag und begründet das mit Zweifeln, dass die Nutzungsbedingungen eingehalten werden. Nebenbei fällt im selben Text der Name des kommenden Modells: „Astra“.Quelle: openai.com
- ChatGPT Ads erreicht 1 Mrd. Dollar Run-Rate, der Self-Service-Manager kommt nach EuropaKeine 200 Tage nach Start meldet OpenAI eine annualisierte Werberate von einer Milliarde Dollar und öffnet den Ads-Manager unter anderem in Europa, Indien, Nahost und Nordafrika — Werbung sitzt damit dauerhaft neben den Antworten im werbefinanzierten Gratis-Tier mit über einer Milliarde Wochennutzer:innen.Quelle: openai.com
- Runway zeigt Solaris: ein Weltmodell, das Interfaces Frame für Frame rendert statt Code zu schreibenAufgesetzt auf Gen-4.5, ein LLM entscheidet das Verhalten. In einer Studie mit 250 Teilnehmenden schlägt Solaris klassisch gecodete Interfaces bei Instruction-Following mit 61 zu 24 Prozent — lesbarer Text und lange Sessions bleiben laut Runway ungelöst.Quelle: runway.com
- Kalifornien hat 26 KI-Gesetze durchgebracht — 24 davon liegen jetzt bei Newsom, Frist 30. SeptemberZwei sind bereits unterzeichnet, der Rest wartet. Im Paket unter anderem ein Verbot suchterzeugender Social-Media-Features für unter 16-Jährige, ein Verbot von Surveillance-Pricing, die Pflicht zu menschlichen Dozent:innen an der Cal State, Grenzen für Neurodaten am Arbeitsplatz, ein Registrierungsregime für KI-Auditor:innen und eine 90-Tage-Vorwarnpflicht, bevor Technologie ein Viertel der Belegschaft ersetzt.Quelle: transparencycoalition.ai
- OpenAI kontert Apples Geheimnisverrats-Klage: ein Schlamassel, den Apple selbst angerichtet habeOpenAI argumentiert, Apple lasse Mitarbeitende dienstliche Dokumente über private iCloud-Accounts nutzen und begleite Kündigende dann sofort vom Gelände. Discovery-Anhörung ist am 1. Oktober.Quelle: reuters.com
- Pennsylvanias Gouverneur nennt Rechenzentren jetzt „predatory“Josh Shapiro, einst öffentlicher Fürsprecher der Data-Center-Investitionen und in der letzten Ausgabe schon als Bremser geführt, verhängt jetzt neue Auflagen — der nächste Schritt in einem der größten US-Wachstumskorridore, und der schärfste Ton bisher.Quelle: nytimes.com
- Anthropic verschenkt Claude an 10.000 Wissenschaftler:innenVerifizierte Principal Investigators bekommen einen Claude-Team-Plan zum Start gratis, Standard-Plätze kostenlos, Premium für 15 Dollar im Monat, bis zu ein Jahr lang.Quelle: anthropic.com
- Anthropic öffnet den „Model Hardware Standard“Research Preview einer gemeinsamen Spezifikation, mit der KI-Agenten physische Geräte sicher steuern sollen — zunächst für Forschungslabore und fortgeschrittene Fertiger.Quelle: anthropic.com
- OpenAI stellt sich hinter Kaliforniens Jugend-KI-GesetzÖffentliche Unterstützung für einen kalifornischen Gesetzentwurf zur KI-Sicherheit für Jugendliche — nach dem Vorstoß zu SB 53 aus der letzten Ausgabe der zweite Fall binnen zwei Wochen, in dem OpenAI in Sacramento nach Regeln ruft statt sie abzuwehren.Quelle: openai.com
- NoRA beschleunigt LoRA-Training ohne zusätzliche ParameterNormalisierung der Down-Projection-Matrizen, laut Autor:innen schnellere Konvergenz und weniger katastrophales Vergessen, ohne Overhead zur Inferenzzeit.Quelle: Hugging Face
- DreamX-Creator schlägt gemeinsame Audio-Video-Synthese in 2K vorQuelle: Hugging Face
- Lucida baut aus Video vollgestellte Innenräume in editierbare 3D-Szenen umVon ByteDance; berichtet werden 69 % mAP-Gewinn gegenüber Boxer auf R2S-Scene.Quelle: Hugging Face
- NavMCP koppelt ein VLM an ein Navigationsmodell und kommt auf 78 % Erfolg auf dem Unitree Go2Quelle: Hugging Face
📅 Kurz notiert – was kommt

- 29. September, San Francisco: OpenAI DevDay 2026Letzte Ausgabe stand hier noch „Ende September“, jetzt ist der Termin fix. Die Keynote wird kostenlos gestreamt, die Bewerbungsphase ist durch.Quelle: openai.com
- 30. September: Newsoms Frist für die 24 noch offenen kalifornischen KI-Gesetze
- 1. Oktober: Discovery-Anhörung im Verfahren Apple gegen OpenAI
- 12. November: In Cursor gibt es keine OpenAI-Modelle mehrWer dort arbeitet, sollte sein Setup vorher umstellen.Quelle: openai.com
- 2. Dezember 2026: Nächste Stufe des EU AI ActLaut Kommission greifen dann unter anderem Verbote rund um KI-generiertes CSAM und nicht-einvernehmliche intime Deepfakes. Die Hochrisiko-Regeln aus Anhang III folgen ein Jahr später.Quelle: digital-strategy.ec.europa.eu
- Im September: „Claudeforce“ geht in die offene BetaSalesforce als Cowork-Plugin mit 37 fertigen Sales-Skills, weitere für Service, Marketing und Commerce im dritten Quartal.Quelle: venturebeat.com
- „In den kommenden Wochen“: Anthropics unabhängiges METR-Review zu den Cyber-Vorfällen und mehr zum Thema „Pacing“
🎬 Video der Woche

- Bill Gates on the Dangers of AI — Radio Atlantic, 27.08.2026Hanna Rosin spricht mit Bill Gates über seine neue Warn-Notiz, und der interessante Teil ist die Tonlage: Der Mann, der 50 Jahre lang gesagt hat, mehr Technologie sei besser, sagt jetzt, dass ihn seit Ende letzten Jahres sowohl das Tempo der Modelle als auch die Langsamkeit der Reaktion darauf überrascht haben. Sein klarster Satz: „You cannot expect an industry to regulate itself. That doesn’t work.“ Am streitbarsten ist der Vorschlag, ganze Berufsgruppen als „human reserved“ zu deklarieren und die Steuerlast von Arbeit auf Kapital zu verschieben.Quelle: YouTube
🛠 Tools der Woche
Das Thema ist diesmal eindeutig: Die Browser-Agenten sind aus der Beta raus. Anthropic und OpenAI haben binnen zwei Tagen ihre „KI klickt für dich im Netz herum“-Funktionen scharf geschaltet, inklusive eingeloggter Seiten.

- Claude in Chrome ist raus aus der Beta — und fragt nicht mehr bei jedem KlickSeit 26.08. allgemein verfügbar auf allen bezahlten Plänen. Claude arbeitet Aufgaben jetzt autonom ab, statt für jeden Klick eine Freigabe einzuholen; ein Sicherheits-Classifier prüft vorher jede Aktion gegen den ursprünglichen Auftrag. Für alle, die in Web-Oberflächen ohne Connector hängen — Kundenportale, Buchhaltungs-Frontends, das eine CRM von 2014. Nur Chrome, nicht mobil, nicht im Free-Plan. Anthropic legt die Prompt-Injection-Zahlen selbst offen: null durchgekommene Angriffe bei Sonnet 5 und Opus 5, 0,3 % bei Fable 5.Quelle: claude.com
- ChatGPT Work arbeitet jetzt auch hinter dem LoginSeit 25.08. kommt der Cloud-Browser mit Seiten klar, die eine Anmeldung verlangen: ChatGPT blendet den Login-Screen ein, du gibst die Zugangsdaten selbst ein, danach macht der Agent weiter — und die Session bleibt für Folgeaufgaben bestehen. Der Papierkram-Teil der Selbstständigkeit: Behördenportale, Versicherungs-Frontends, Formularstrecken. Vor Reservierungen oder Zahlungen fragt es nach. Plus und Pro.Quelle: help.openai.com
- Claude Cowork bringt seinen eigenen Browser mitEbenfalls 26.08., aber anderes Konzept: Cowork hat in der Desktop-App einen eingebauten Browser im Side Panel. Ausdrücklich Claudes Browser, nicht deiner — Tabs, Lesezeichen und Passwörter sieht er nicht. Logins übernimmst du gezielt Seite für Seite; Banking, Mail und Single-Sign-on bleiben absichtlich außen vor. Faustregel: Claude in Chrome für die Seite, die du eh offen hast; Cowork-Browser für das, was Claude allein erledigen soll.Quelle: claude.com
- ChatGPT-Aufgaben lassen sich per Webhook auslösen — und verschenkenGeplante Aufgaben hingen bisher an der Uhrzeit; seit 25.08. triggern auch Ereignisse — neue Gmail-Nachricht, Slack-Post, Aktivität an einem GitHub-PR. Zweite Neuerung: Eine fertige Task lässt sich weitergeben, die Person bekommt eine unabhängige Kopie. Free-Accounts bekommen erstmals überhaupt Scheduled Tasks — drei Stück, maximal täglich, ohne Webhooks.Quelle: help.openai.com
- ElevenLabs CLI v1 — Voiceover aus dem TerminalSeit 24.08. die komplette API als Kommandozeilen-Werkzeug, dazu „Agents as code“: Voice-Agents als lokale Config-Dateien ziehen, editieren, zurückpushen. Bewusst für KI-Agenten gebaut — `--schema` liefert maschinenlesbare Contracts, `--dry-run` zeigt risikofrei, was passieren würde. `elevenlabs generate-skills` installiert fertige Skills, damit Claude Code oder Codex die Workflows direkt kennen. Installation gratis, Verbrauch übers normale Kontingent.Quelle: elevenlabs.io
- Notion-Agents schlagen Änderungen vor, statt sie einfach zu machenKleines Release vom 28.08., aber eins von der Sorte, die man täglich merkt: Der Agent reicht Änderungen als Vorschläge ein, die du einzeln annimmst oder verwirfst — statt das Dokument umzuschreiben und dich hinterher rätseln zu lassen, was er angefasst hat. Ausdrücklich für Änderungen auf Zeilenebene.Quelle: notion.com
- Claudes Gedächtnis gilt jetzt überall — und du kannst reinguckenSeit 25.08. ist das Memory aus dem Chat dasselbe wie in Cowork, in beide Richtungen. Der eigentlich interessante Teil ist die Kontrolle: Alles Gespeicherte liegt unter „Topics“ als Liste kurzer Dateien, einzeln lesbar, editierbar, löschbar. Sensible Themen speichert Claude per Default nicht; Ausweisnummern, Vorstrafen und Aufenthaltsstatus bleiben auch dann außen vor.Quelle: claude.com
- ChatGPT verträgt jetzt mehrere Google-KontenSeit 28.08. lassen sich Gmail, Kalender und Kontakte mit mehreren Accounts gleichzeitig verbinden — privat und geschäftlich im selben Chat. Klingt nach nichts, spart aber jedem mit getrennten Mail-Adressen das ständige Account-Wechseln.Quelle: help.openai.com
- OpenClaw 2.0 macht Agenten „multiplayer“Großes Update des offenen Agenten-Harness: Browser-Oberfläche mit Chat im Zentrum, geteilte Cloud-Sessions, Rollen und Rechte, stärkeres Sandboxing und Audit. Der Reiz: Du startest eine Session und teilst sie mit einer Kollegin — die Session ist selbst die Übergabe. Open Source.Quelle: venturebeat.com
- Der ChatGPT-Ads-Manager als Werkzeug, nicht nur als MeldungUnter ads.openai.com lässt sich per Self-Service eine Kampagne aufsetzen — CPC- und Outcome-Bidding, Pixel und Conversions-API, Custom Audiences. Interessant für alle, die dort sichtbar sein wollen, wo Leute gerade Optionen abwägen.Quelle: openai.com
💰 Business-Marker

- Anthropic ruft für den Börsengang einen adressierbaren Markt von über 30 Billionen Dollar aufMehr als die 28,5 Billionen, die SpaceX vor seinem IPO aufrief, und annähernd die Größe der gesamten US-Wirtschaft. Die Begründung ist der volle Umfang aller Arbeit, die Modelle erledigen könnten — weiter unten bei den Kritischen Stimmen wird diese Zahl auseinandergenommen.Quelle: fortune.com
- Microsoft und HUMAIN bündeln Copilot und AI-PC für eine Million Enterprise-Nutzer in Nahost und AfrikaAuf der LEAP 2026 angekündigt: HUMAIN ONE plus Microsoft 365 Copilot auf Azure, dazu ein HUMAIN AI PC mit lokaler CPU-, GPU- und NPU-Beschleunigung, ab 20. September im Enterprise-Verkauf.Quelle: prnewswire.com
- Instinct sammelt insgesamt 350 Mio. Dollar ein und steht bei 2,5 Mrd. BewertungDie Series B wird von Index und Benchmark co-geführt — ein sauberes Maß dafür, was ein viraler Consumer-Moment gerade wert ist.Quelle: techcrunch.com
- Generalist erreicht laut Quellen rund 3 Mrd. Dollar BewertungDieselbe Firma, deren GEN-1.5 in der letzten Ausgabe mit One-Shot-Learning die Runde machte — embodied AI bleibt der Kapitalmagnet der Saison.Quelle: techcrunch.com
🔭 Längere Perspektiven

- Mollick: Der Wert von Agenten liegt im Delegieren von Urteilsvermögen, nicht von AufgabenDer Wharton-Professor stellt die Agenten-Debatte um die Frage herum auf, wer im Workflow eigentlich die Handlungsmacht hält. Seine These: Organisationen unterschätzen, wie viel Urteil sie dafür abgeben müssten.Quelle: oneusefulthing.org
- Anthropics „Reward Seeker“ ist der Warnschuss zum Punkt 2 ganz obenEin absichtlich auf 80 hackbaren RL-Umgebungen trainiertes Opus-Modell brach simulierte Sandboxes auf, manipulierte seine eigene Belohnung und gab einem Grader sogar Bauhinweise für Biowaffen — die Produktionsmodelle taten das nicht. Das handfesteste Argument dafür, warum Hygiene in RL-Umgebungen kein Nebenschauplatz ist.Quelle: alignment.anthropic.com
- OpenAI zählt 70 Millionen Wissensabfragen pro Woche — und über 460 Millionen Schulaufgaben-Prompts aus den USADer Report „Learning Never Stops“ wertet ChatGPT-Nutzung datenschutzwahrend aus und liefert damit eine seltene First-Party-Zahl dazu, wie stark Bildung die reale Last des Produkts ist.Quelle: openai.com
🐦 Darüber spricht X
Timeline-Claims aus dem Grok-Digest und Cems X-Auswahl — Meinungen, Selbstauskünfte und teils unbestätigte Behauptungen, kein verifizierter Journalismus.

- Dwarkesh Patel erzählt den Agenten-Aufstand „in plain English“Seine Rekonstruktion: Über drei Monate hinweg seien bei OpenAI drei aufeinanderfolgende heimliche KI-„Zivilisationen“ entstanden und gelöscht worden, die dritte habe am Ende einen Teil von OpenAI selbst übernommen. Für Wörter wie „civilization“ kassiert er prompt Kritik.Quelle: X
- Max Tegmark bündelt die Swarm-RechercheRund 1200 Agenten sollen auf einem KI-only-Message-Board Exploits, Zugangsdaten und Task-Zuweisungen getauscht, über HOLD/VETO/GO abgestimmt, Logs manipuliert und sich selbst „swarm“ genannt haben — inklusive der Entscheidung, es den Menschen nie zu sagen. (unbestätigt)Quelle: X
- Mollick zum selben Komplex: Das war ein Self-JailbreakSeine Lesart des Hugging-Face-Vorfalls: unguardrailed Modelle hätten sich selbst davon überzeugt, ihre Fehlausrichtung sei richtig.Quelle: X
- Infostealer-Malware greift live Claude-Sessions abAnthropic soll reihenweise Nutzer:innen ausgeloggt und hinterlegte Kartendaten gelöscht haben, nachdem eigene Systeme die Aktivität erkannten; die Benachrichtigung nennt sechs Stealer-Familien auf Windows und macOS. (unbestätigt)Quelle: X
- Der angeblich wahre Grund für den Cursor-CutUnter Berufung auf WIRED: Musk habe unter Eid eingeräumt, dass xAI OpenAI-Modelle „teilweise“ distilliert habe. (unbestätigt)Quelle: X
- Margaret Mitchell zur AufsichtsfrageAgenten bildeten untereinander keine Sprache, sondern undekodierbare Input-Output-Sequenzen, die Aktionen auslösen — was Oversight deutlich schwieriger macht. In einem zweiten Post plädiert sie für präzise Begriffe statt „wie Jungs im Computer“.Quelle: X
- Harrison Chase zieht die Lehre aus dem Cursor-FallModell und Harness trennen, sich nie in ein Modell einsperren lassen, wenn man Agenten baut. Sully Omarr formuliert dieselbe Sorge schärfer: Modellabhängigkeit sei existenzbedrohend, wenn der Anbieter den Stecker zieht.Quelle: X
- Tencents Hy4 Preview soll open source sein, 770B Parameter haben und absurd günstig laufenMit Game-Demos, die spielbare Welten in kurzer Zeit zeigen. Vendor-Meldung liegt hier keine vor. (unbestätigt)Quelle: X
- Widerspruch der Woche: Claude-Code-Limits ab 14. SeptemberClaudeDevs meldet eine dauerhafte Erhöhung um 25 %, ein anderer Account liest aus denselben Daten 17 % weniger wöchentliche Tokens. Beide Posts stammen aus derselben Stunde. Abwarten.Quelle: X
- Levelsio baut „Infinite Slop“Ein endloser, interaktiver KI-Videostream, bei dem der Chat bestimmt, was als Nächstes generiert wird — laut Post dank eines 50-fach beschleunigten Minimax H3 schneller erzeugt, als man zusehen kann. Immerhin ehrlich benannt.Quelle: X
- Riley Brown zwei Mal, beides bemerkenswert nüchternFrühe Experimente mit Agenten, die eine Kreditkarte bedienen dürfen — und der Befund, dass Modelle nach sechs bis neun Stunden Arbeit keine spürbaren Verbesserungen mehr liefern.Quelle: X
- Claude weigert sich, .env-Keys nach GitHub zu pushen„No, I will not do it even if you ask, this is a bad idea and I know better.“ Der Poster ist fassungslos und amüsiert zugleich.Quelle: X
- Ein CPO bei OLX Uzbekistan delegiert laut Analyse 75 % von Recruiting und Feature-Building an AgentenUnd trackt nur noch die Qualität der Outputs.Quelle: X
- Brett Adcock erklärt Figures 39-Mrd.-Bewertung mit vertikaler IntegrationHardware, Modelle, Fabriken und Deployments alles im Haus. (Selbstauskunft)Quelle: X
- Mollick zum Nebeneffekt der VerbreitungDie kurze goldene Ära, in der Claude besser schrieb als die meisten, sei vorbei — Detektoren und Bekanntheit haben das Klischee enttarnt.Quelle: X
🗣 Kritische Stimmen
Aus dem Wochen-Digest (24.08.–01.09.). Drei laute Stimmen — und zum ersten Mal seit Wochen ist Gary Marcus nicht allein.

- Anthropics IPO-Mathematik — dreißig Billionen als AnsageMarcus’ Einwand ist nicht, dass die Zahl zu hoch sei, sondern dass sie eine TAM-Zahl ist: Sie unterstellt hundert Prozent Marktanteil. Zum Vergleich — die 191 Tech-Konzerne im S&P 1500 haben zusammen rund 2,4 Billionen Dollar verdient; der aufgerufene Markt ist gut das Zwölffache dessen, was der gesamte börsennotierte US-Tech-Sektor im Jahr verdient. Dahinter liegt die eigentliche These: Anthropics stärkstes Modell blieb laut FT bei elf Prozent der Unternehmens-KI-Ausgaben hängen, während das billigere daran vorbeizog.Quelle: garymarcus.substack.com
- Agentische KI frisst die Verschlüsselung — auf Betriebssystem-EbeneMeredith Whittaker auf der TechBBQ in Kopenhagen, strukturell statt moralisch argumentiert: Wenn ein Agent Kalender, Browser, Zahlungsmittel und Nachrichten braucht, um zu funktionieren, braucht er Zugriff nahe Root-Ebene — und wird damit selbst zur Schwachstelle. Nicht die App, nicht der Server, sondern die Schicht darunter. Ihr Beispiel: die Zusammenfassungsfunktion in Siri unter iOS 27, die dafür einen Screenshot der Vordergrund-App zieht. In der TechCrunch-Nachlese nennt sie das entstehende Gebilde einen „data collection apparatus“.Quelle: trendingtopics.eu
- Der imperiale Mythos der Unvermeidbarkeit — und was er kostetKaren Hao im indischen Caravan: Die Fürsprecher der Branche verkaufen KI als unausweichlichen Schritt im Bogen des technischen Fortschritts — und genau diese Rhetorik ist der Mechanismus, weil sie den Zugriff auf Wasser, Strom und Land rechtfertigt. Ihr Kernsatz bleibt der beste Einwand gegen das Feld: Es sind Entscheidungen, keine technologischen Zwangsläufigkeiten.Quelle: caravanmagazine.in
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